Barrierefreies Bad Im Altbau: Planung Oder Umbau?
Die Platzierung folgt einer einfachen Prüfung. Ziehe den Teppich so weit unter das Sofa, dass die vorderen Füße etwa 20 bis 30 cm auf dem Teppich stehen. Bei einer Sitzgruppe mit zwei Sesseln sollten deren vordere Füße ebenfalls auf dem Teppich liegen. Der Abstand zwischen Teppichrand und Wand beträgt idealerweise 20 bis 40 cm, nicht mehr. Ein Teppich, der die Wand berührt, wirkt wie ein fest eingebauter Bodenbelag und nimmt dem Raum die Leichtigkeit.
Zuerst die richtige Höhe des Schreibtisches. Setze dich aufrecht hin, die Füße flach auf den Boden, die Oberschenkel waagerecht. Die Ellenbogen sollten in einem Winkel von etwa 90 Grad zum Oberkörper stehen. Liegt die Tischplatte höher, ziehe die Schultern hoch – das verspannt den Nacken. Ist sie zu niedrig, kippt das Becken nach hinten und die Bandscheiben werden einseitig belastet. Die optimale Höhe liegt meist zwischen 72 und 75 Zentimetern, gemessen von der Tischplatte bis zum Boden. Bei einer festen Platte lässt sich die Höhe nur über den Stuhl anpassen: Erhöhe die Sitzfläche mit einem festen Keilkissen oder stelle den Stuhl höher und nutze eine Fußstütze, damit die Füße nicht in der Luft hängen.
Die Kosten entstehen nicht durch die Ausstattung, sondern durch den Zustand der Bausubstanz. Solange Leitungen und Tragwerk in Ordnung sind, bleibt eine Sanierung überschaubar. Sobald aber Abwasserstränge, Estrich oder Balkenköpfe angefasst werden müssen, steigt der Aufwand sprunghaft. Deshalb gilt: Erst prüfen, dann planen, dann bestellen. Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst Fliesen aussucht, zahlt am Ende doppelt.
Die Beleuchtung ist kein Nebenthema. Kontrastreiche Schalter, indirektes Licht und eine Notbeleuchtung mit Bewegungsmelder verhindern Stürze. Vermeiden Sie glänzende Bodenfliesen, sie spiegeln und blenden. Rutschhemmung R10 oder R11 im Nassbereich ist Standard. Ein häufiger Fehler ist die zu hoch montierte Armatur: Greifhöhe und Bedienung müssen im Sitzen erreichbar sein. Prüfen Sie jeden Griff und Schalter vom Rollstuhl oder Duschhocker aus, bevor die Fliesen liegen.
Zwei Becken müssen nicht gleich groß sein. Eine asymmetrische Aufteilung mit einem breiteren und einem schmaleren Becken passt oft besser in schmale Bäder und lässt mehr Ablagefläche zwischen den Becken entstehen. Achten Sie darauf, dass zwischen den Becken mindestens 30 Zentimeter liegen, sonst berühren sich die Arme beim Zähneputzen. Der Wasserhahn sollte so positioniert sein, dass der Strahl nicht gegen den Beckenrand spritzt, sondern mittig in die Mulde fällt. Hohe Auslaufhähne wirken modern, spritzen aber stärker, wenn der Strahl nicht gebündelt austritt.
Trinkwasserleitungen aus verzinktem Stahl sind ein zweites Risiko. Sie setzen mit der Zeit Zink ab, der Querschnitt verengt sich, und das Wasser steht länger in der Leitung. Ein Austausch gegen Mehrschichtverbundrohre oder Kupfer ist meist sinnvoll, aber nur dann zulässig, wenn die neuen Leitungen entweder in der Vorwandinstallation oder im Estrich verlaufen. Im Altbau fehlt oft beides. Wer Leitungen unter Putz verlegen will, muss mit Schlitzen in tragenden Wänden vorsichtig sein: horizontale Schlitze von mehr als 30 Zentimetern Länge sind dort nicht erlaubt.
Typische Fehler: den Laptop ohne externe Tastatur und Maus nutzen. Der fest eingebaute Bildschirm zwingt zu einer schlechten Haltung – entweder ist der Bildschirm zu tief oder die Tastatur zu hoch. Besser ist ein externer Monitor in Augenhöhe plus separate Eingabegeräte. Ein weiterer Fehler ist der starre Sitz über Stunden. Selbst mit perfekter Einstellung schadet Bewegungslosigkeit. Stehe mindestens einmal pro Stunde auf, dehne die Brustwirbelsäule und lockere die Hüftbeuger. Ein Hocker oder eine Stehmatte vor dem Schreibtisch fördert den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.
Wandaufbau: Trockenbau löst viele Probleme, schafft aber neue Ein Vorwandsystem aus Metallprofilen und Feuchtraumplatten ist im Altbau oft die pragmatischste Lösung. Es schafft Platz für neue Leitungen, gleicht schiefe Wände aus und lässt sich später leichter öffnen. Wichtig ist der Abstand zur alten Wand: Hinter der Vorwand muss Luft zirkulieren können, sonst bildet sich Schimmel auf dem alten Putz. Dampfsperren gehören auf die warme Seite der Dämmung, nicht dahinter. Wer stattdessen die Wand verputzt, sollte auf Kalk-Zement-Putz setzen und auf dichte Dispersionsfarben verzichten, weil sie die Feuchtigkeit einschließen.
Waschbecken und WC sollten unterfahrbar sein. Das bedeutet: keine Unterschränke, Siphon verkleidet, Armatur seitlich oder als Einhebelmischer. Die Sitzhöhe des WCs liegt bei 46 bis 48 cm. Ein Wand-WC mit verdecktem Spülkasten schafft Platz darunter, erfordert aber eine Vorwandinstallation. Im Altbau ist das ein Eingriff in die Statik, wenn die Wand nicht tragfähig ist. Haltegriffe müssen mit Dübel und Unterkonstruktion im Mauerwerk verankert werden, nicht in Gipskarton. Die Zuglast beträgt mindestens 1,5 kN.